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"Gut gegrunzt, Bertl" | recent gig |
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"Es bleibt kein Auge trocken" versprach das Programm der "music - night" bei seiner Ankündigung zum Auftritt der beiden niederbayerischen Kabarettisten "Da Bertl und i" und behielt damit recht. Erstmals in Garching eroberte das Kultduo aus Eggenfelden sein Publikum im Sturm. Bei seinem Angriff auf die Lachmuskeln blieb wirklich kein Auge trocken. "Wo da Pfeffer wachst" betitelte sich das abendfüllende Programm, das im "rappelvollen" Nikolaussaal von der Bühne ging. Trotz der rund 300 Zuschauer gelang es dem "Bertl" alias Herbert Bachmeier und dem "i" alias Stefan Wählt von der ersten Minute an, engen Kontakt mit dem Publikum zu halten und eine Atmosphäre "wie im Freundeskreis" zu schaffen. Jedes Wort und jede Szene traf frontal die bayerische Seele. Mit wenig Bühnenzubehör - abgesehen von einer überzeugenden Licht- und Tontechnik - gelang es den beiden Niederbayern, die Zuschauer im Nikolaussaal voll in ihren Bann zu ziehen. Sie verstanden es, unwesentliche Ereignisse des Alltags in ihrer scharfen und hintersinnigen Betrachtungsweise zu Begeisterung auslösenden Dialogen zu verwandeln. Auch der Blick über das "Irdische" hinaus in Luzifers Reich oder in die Seele eines Hausschweins zeugte von einem unnachahmlichen Ideenreichtum und einem Gespür für das, wonach die Zuschauer bei einem bayerischen Kabarett suchen. Eigentlich hätte das Programm auch unter dem Motto "Wie im richtigen Leben" lauten können, denn "Da Bertl und i" durchwanderten in ihren einzelnen Szenen viele Bereiche des täglichen Lebens. So schilderte zum Beispiel ein etwas "eckiger" Bademeister die Erlebnisse und Beobachtungen eines "ganz normalen Badetages" und ein Kunde eines Supermarktes die Qualen in der Kassenwarteschlange. Zu schaffen machten dem Duo ferner eine "Krautsuppendiät" und deren "hinterhältige" Wirkungen. Das Fest einer Silberhochzeit gab nicht nur Anlass zu einem Dialog eines dezenten Weintrinkers und einem etwas "anbierigen" Gastes, sondern liefert auch die Plattform zu einer deftigen "Festrede". "Dass oiwei wos is mit 'm Alfons" sorgte bei zwei Rentnern auf einer Parkbank für ausreichenden Gesprächs- und auch Streitstoff und schließlich berichtete ein unter Schlafstörungen Leidender von seiner überraschenden "Genesung". Die Entführung der Zuschauer in die Hölle und die kund getanen Erfahrungen aus dem "Höllenleben" trafen beim Publikum ebenso ins Schwarze wie die gekonnten Wortspiele zweier Detektive. Dass Herbert Bachmeier und Stefan Wählt auch musikalisch viel "auf dem Kasten" haben, bewiesen sie bei ihren musikalisch-gesanglichen Darbietungen wie dem "Gute-Nacht-Lied", der Ballade vom "Boandlkramer" und dem "Facki-Rap", bei dem der Nikolaussaal vor Begeisterung der Zuschauer zu bersten drohte. Die beiden Kabarettisten konnten sich einiger Zugaben nicht entziehen und das Publikum hoffte, dass "Da Bertl und i" mit ihrem neuen Programm, das im Herbst anläuft, nicht dahin gehen, "wo da Pfeffer wachst", sondern wieder in Garching zu Gast sind, wo die beiden sympathischen Niederbayern seit vergangenen Freitag eine neue große Fangemeinde haben (Text/Foto: Rosmarie Anwander).
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